BPG BPG GmbH
Bild mit Farbverlauf

Qualitätskontrolle in WP-Praxen: Vom Formalismus zur Wirksamkeit des Qualitätssicherungssystems

Wirtschaftsprüfung

Qualitätskontrolle in WP-Praxen ist kein Aktencheck. Sie ist der Realitätscheck für das Qualitätsmanagement.

Gerade kleinere und mittelgroße WP-Praxen stehen vor der Herausforderung, Qualitätsmanagement nicht nur formal zu beschreiben, sondern risikoorientiert, wirksam und nachweisbar umzusetzen.

Mit IDW QMS 1 wurde der Blick bereits deutlich verschoben: Weg von einem statischen Qualitätssicherungshandbuch, hin zu einem Qualitätsmanagementsystem, das auf Qualitätsrisiken, Reaktionen, Verantwortlichkeiten, Ressourcen, Informationen und Überwachung ausgerichtet ist. Die 2026 veröffentlichten Entwürfe zu IDW EQMS 1 und IDW EQMS 2 zeigen, dass diese Entwicklung fachlich weitergeht.

Auch die Tätigkeit der Kommission für Qualitätskontrolle der WPK macht deutlich: Qualitätskontrolle bleibt ein zentrales Berufsthema. Dabei geht es nicht nur darum, ob einzelne Prüfungsakten vollständig sind. Entscheidend ist, ob die Praxis ein System eingerichtet hat, das Prüfungsqualität im Alltag tatsächlich unterstützt.

Typische kritische Punkte sind dabei:

  • Qualitätsziele und Qualitätsrisiken bleiben zu abstrakt und sind nicht ausreichend auf die konkrete Praxis zugeschnitten.

  • Nachschau, Ursachenanalyse und Folgemaßnahmen werden dokumentiert, aber nicht konsequent zur Weiterentwicklung des Systems genutzt.

  • Auftragsannahme, Konsultationen, Durchsicht und auftragsbegleitende Qualitätssicherung sind formal geregelt, aber praktisch nicht immer belastbar umgesetzt.

  • Feststellungen aus internen oder externen Reviews führen nicht zu klaren Verantwortlichkeiten, Fristen und überprüfbaren Maßnahmen.

Für WP-Praxen bedeutet das: Ein gutes Qualitätsmanagementsystem ist kein Ordner, sondern ein Steuerungsinstrument.

Es muss zur Größe, Mandatsstruktur, Komplexität und Risikolage der Praxis passen. Gerade bei weniger komplexen Praxen ist nicht die Menge der Dokumentation entscheidend, sondern ihre Angemessenheit und Wirksamkeit.

Für die Qualitätskontrolle wird damit eine zentrale Frage immer wichtiger:

Kann die Praxis plausibel zeigen, dass sie Qualitätsrisiken erkennt, angemessen darauf reagiert und aus Feststellungen lernt?

Praktisch empfiehlt sich daher ein regelmäßiger Blick auf drei Ebenen: System, einzelne Aufträge und tatsächliche gelebte Praxis. Erst wenn diese Ebenen zusammenpassen, wird Qualitätsmanagement mehr als Compliance.

Es wird zu einem echten Beitrag zur Prüfungsqualität.

Zum Seitenanfang Cookie-Einstellungen